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Wildtiere auf dem Gelände Hof Eggers in der Ohe

Fotos und Text von Ute Meede

Abb. 01: Das Jahr für die besondere Tierwelt fängt Anfang April mit Ankunft des Storchenmännchens an. Die Störchin kommt etwa vierzehn Tage später. Nach einer Zeit der Erholung von dem langen Flug paaren sich die Störche. Die drei bis fünf Eier werden nacheinander gelegt und von beiden Partnern bebrütet. Bis zum Schlüpfen des ersten Jungstorches vergehen etwa fünf Wochen. In dem Geäst des Storchennestes brüten Feldsperlinge.
Abb. 02: Ebenso wie das Storchenpaar haben die Rauchschwalben regelmäßig Nachwuchs. In der Scheune lebten und vermehrten sich erfolgreich Schleiereulen. Ob sie heute dort noch nisten ist unsicher, jedoch sind in der Dämmerung ihre Rufe zu hören. Der Bussard holt sich hin und wieder ein Huhn oder zumindest versucht er es. An dem Gose-Elbe-Graben fangen Graureiher Fische, über den Feldern kreisen Habicht, Sperber, Turmfalken und manchmal sogar ein Baumfalke. Zahlreiche Feldvögel sind hier anzutreffen, wie Feldlerche und Bekassine. Schilfrohrsänger brüten im Schilf der Entwässerungsgräben, der Eisvogel lauert auf Ästen über dem Wasser der Gose-Elbe und Nachtigallengesang ertönt in den Knicks. An Baumrinden trommeln Spechtarten und in dem ehemaligen Kornspeicher von 1535 hat der Zaunkönig sein Nest gebaut.

Abb. 03 & 04: Im Mai machen die Grünfroscharten wie der Wasserfrosch durch lautes Quaken auf sich aufmerksam, die Männchen werben um Weibchen. In den Entwässerungs-Gräben können sie ablaichen. Aus dem Froschlaich entwickeln sich Kaulquappen. Im August / September wandeln sie sich zum lungenatmenden Frosch um und verlassen das Wasser.
Abb. 05: Der Kleine Perlmuttfalter, der Aurorafalter, der C-Falter, der Kleine Feuerfalter und der Rostfarbene Dickkopffalter sind als Besonderheiten zu nennen. Der Distelfalter kann als Wanderfalter in manchen Jahren, wie 2009, häufig vorkommen. Der Admiral, der ebenso ein Wanderfalter ist, überwintert hier hin und wieder. Bekannte Falter wie der Kleine Fuchs und das Tagpfauenauge und auch der Zitronenfalter sind häufig.
Abb. 06: Libellenarten am Gose-Elbe-Graben sind z. B. verschiedene Azurjungferarten und der Große Blaupfeil. Die Gebänderte Heidelibelle (s. Foto), die als im Bestand gefährdet angesehen wird, ist hier zu beobachten. Die Gemeine Heidelibelle sieht man überall auf dem Gelände.
Abb. 07: Unter den verschiedenen Arten von Feldheuschrecken ist eine Besonderheit zu nennen: die Sumpfschrecke. Ihre Larven haben den höchsten Feuchtigkeitsanspruch aller europäischen Kurzfühlerschrecken. Die Sumpfschrecke ist durch Trockenlegen von Überschwemmungsgebieten sehr selten geworden. Sie ist auf der „Roten Liste“ als gefährdet eingestuft. Am Gose-Elbe-Graben im Bereich von Hof Eggers kann man die Sumpfschrecke finden.
Abb. 08: Roesels Beißschrecke ist ein kleiner Vertreter der Langfühlerschrecken und im Gras zu entdecken. Das bekannte Große Grüne Heupferd findet man in Büschen. Dort zirpt es laut, besonders im Sommer in der Dämmerung.
Abb. 09: Überall dort, wo Altholz aufgeschichtet über Jahre lagert und auch verrotten kann, hat die Wald- oder Mooreidechse einen möglichen Lebensraum. Sie findet dort Nahrung, hat Sonnenplätze und genügend Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden. Fundorte für diese kleine Echse sind auch Holzwände wie an einem Unterstand oder Zaunpfähle an Rinderweiden.
Abb. 10: Über das ganze Jahr sind Feldhasen zu beobachten. Es gibt sogar einen „alten Hasen“, der sich morgens früh im Vorgarten frische Blumen einverleibt. Fledermäuse, wie die Zwergfledermaus, sind Vertreter nacht- und dämmerungsaktiver Säugetiere. Der Fuchs und verschiedene Marderarten gehören ebenso dazu.