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Am Anfang war das Urstromtal

Nordansicht mit altem Holzkahn

Im Urstromtal der Elbe bildeten sich ab dem 2.Jahrtausend vor Christi allmählich die Marschen. Durch Ebbe und Flut wurden Sie aufgeschlickt. Im frühen Mittelalter wurde auf Anweisung der Landesherren damit begonnen die Elbsümpfe einzudeichen und zu entwässern. Die ersten Deiche waren recht niedrig, etwa ein Drittel der heutigen Hauptdeiche, weil das Wasser im Durchschnitt noch nicht so hoch anlief. Die Elbe war noch nicht eingezwängt auf den Verlauf der Hauptelbe wie wir sie heute kennen.

Karte von 1773, Die Ohe, der Krauel und die Riepenburg
Südansicht der Hofes

Das Land wurde systematisch besiedelt und urbar gemacht, von der Geest kamen 2. und 3. Bauernsöhne, die von der Aussicht auf das ertragreiche Marschenland angelockt wurden. Die Hauptelbe, wie wir sie heute bei uns in den Vierlanden kennen, entstand in dieser Breite durch das Abdämmen der Gose- und Doveelbe, beides Nebenarme der Elbe. Vorher gab es keine so eindeutige Trennung zwischen der Vierländer Marsch und der heute zu Niedersachsen gehörenden Winsener Marsch, vielmehr gehörten beide Gebiete damals zusammen und unterstanden der Hoheit der Sachsenherzöge. Kirchwerder und Ochsenwerder wurden im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts unter Heinrich dem Löwen von der Riepenburg ausgehend abschnittsweise eingedeicht. Die Ohe, wo sich der Hof Eggers befindet, wurde damals nicht eingedeicht. Die Ohe lag bis 1924 im Deichvorland und konnte bei Sturmflut überschwemmt werden, da die Dove- und die Goseelbe im Westen nicht abgedämmt waren. 1252 wird erstmals eine Burg in Zusammenhang mit dem Ritter Hermann von Karkwerder genannt. Hier wird die spätere Riepenburg gemeint sein, die Ihren Namen nach einem ebenfalls in sächsischen Diensten stehenden Ritter Hermann Ribe erhalten hat, der zu seiner Zeit ein gefürchteter Mann war.

Reetdachdecker bei der Arbeit am alten Schweinestall

Die drei Ohehöfe zu denen auch der Hof Eggers gehört, gehörten zur Riepenburg und waren an Bauern verlehnt. Das Flurwort „Ohe“ bezeichnet ein höher gelegenes, bewaldetes Gebiet, daß im Besitz eines Einzelnen war. Nach der Vergabe der Kirchwerder Marsch an Siedlungsbauern, behielt sich Heinrich der Löwe das Gebiet um die Riepenburg, den Krauel und die Ohe vor. Diese Ländereien wurden von Heinrich zum Lehen ausgegeben, allerdings zehntfrei also ohne die Verpflichtung zu Abgaben. Mit Clawes und Hennecke Eghardes tritt 1377 die Familie Eggers in Beziehung zu unserem Hof. Es ist zwar nicht nachzuweisen, wo diese Eggers genau ansässig waren, es wird „bei Esslingen“, genannt und das ist schon sehr nah an unserem Hof. 

Quelle: Georg Eggers, Die Vierländer Ohe und der Hof Eggers